Der Posaunenchor Bartholomä bedankt sich herzlich, bei den 2 Autorinnen des befreundeten Posaunenchors aus Heubach, für diese tolle Beschreibung des Lapo´s 2014 in Ulm.

Wir, Heubacher Jungbläser, auf dem LAPO 2014 in Ulm!

LAPO 2014!? Was soll das denn heißen? LAPO ist die Abkürzung von Landesposaunentag und dort waren wir Jungbläser vom Posaunenchor Heubach nun das erste Mal dabei.

Am 06.07.2014, am wahrscheinlich heißesten Tag dieses Sommers, fand der 45. Landesposaunentag in Ulm statt. Dort trifft man auf 6500 andere Blechbläser, darunter 2000 Jungbläser, die aus ganz Baden-Württemberg zusammen kommen. Gemeinsam wird auf dem Münsterplatz, in verschiedenen Kirchen, in Workshops und auf Festivals unter der Losung „Zum Glück ist Gott nah“ musiziert.

Unser Ausflug begann um 6.00 Uhr, als der erste Schrei durchs Haus hallte, dass es Zeit wäre aufzustehen, denn heute ist LAPO!

Um kurz vor 7.00 Uhr, als es alle aus dem Bett geschafft und gefrühstückt hatten, fuhren wir los, um die anderen Jungbläser abzuholen. Zu siebt machten wir uns auf den Weg, zeitgleich mit den anderen Autos aus Heubach, nämlich dem Rest unseres Posaunenchores. Wir hatten eine unterhaltsame Fahrt und kurz vor Ulm trafen wir auf vollgefüllte Busse mit Blasinstrumenten und Jugendlichen, die wie die Verrückten gewunken haben.

Pünktlich um 8.00 Uhr fuhren wir auf den Parkplatz des Edwin-Scharff-Hauses. Nicht jedes Mal kommt man in den Genuss den Gottesdienst im Ulmer Münster musikalisch begleiten zu dürfen, sondern die Chöre werden in einem rotierenden System auf umliegende Kirchen und Veranstaltungsorte verteilt. Was ja nur gerecht ist bei 6500 Bläsern!

Auf dem Parkplatz trafen wir dann auf unseren Nachbarchor aus Bartholomä. Nach einer freudigen Begrüßung machten wir uns auf den Weg, den richtigen Saal und unsere Sitzplätze zu finden. Bei 500 Sitzplätzen aufgeteilt in unterschiedliche Chöre, und nach Stimmen kann das sehr schwierig werden!

Vor uns lag eine Anspielprobe von 9.00-10.00 Uhr. Wir packten unsere Instrumente aus, spielten uns warm, richteten unsere Noten und warteten auf unsere Dirigentin die Posaunenreferentin des EJW, Brigitte Kurzytza. Die Probe verlief gut, aber es war schon eine Herausforderung alle Noten im Blick zu behalten, im Takt zu bleiben und sogar noch die richtigen Töne zu spielen!

Um kurz nach 10.00 Uhr begann, zeitgleich mit 13 anderen Gottesdiensten in Ulm, der Gottesdienst unter der Leitung von Herrn Pfarrer Rapael Fauth. Die Predigt hielt Prof. Dr.Ulrich Heckel, Oberkirchenrat aus Stuttgart. Nach einem gelungenen Gottesdienst holten wir zwei Jungbläser, weil wir ja auch zeitgleich Konfirmanden sind, uns eine Unterschrift bei Herrn Oberkirchenrat Prof.Dr. Heckel, der uns lächelnd bestätigt hat, dass er das sehr gern unterschreiben würde.

Wir packten gemütlich unsere Instrumente zusammen und machten uns mit den Bartholomäern Jungbläser zu Fuss in Richtung Innenstadt auf. Bei gefühlten 35° Grad im Schatten wird selbst ein kurzer Fussmarsch am Donauufer entlang, über die malerische Eisenbahnbrücke, über die wunderbar erhaltene Stadtmauer, durchs schöne Fischerviertel, vorbei am Schiefen Haus und hinauf auf den Ulmer Marktplatz nahezu unerträglich lang! Angekommen auf dem Marktplatz wollten wir alle nur noch Schatten, Trinken und was leckeres zu essen. Davon gab es genug, ob Döner, rote Wurst, Pizza oder McDonald. Jeder fand das passende. Nach unserem Nachtischeis hieß es dann aber schnell die Instrumente schnappen und auf zur nächsten Bushaltestelle.

Um 13.30 Uhr begann nämlich das Jungbläser-Festival in der Donauhalle. Nach einer, mit Jugendlichen und Instrumenten, vollgestopften Busfahrt kamen wir in die Halle in der wir mit knapp 2000 anderen Jungbläser musizierten. Abgesehen, dass es hier auch ziemlich heiß und stickig war, wurden wir von einer super Band, natürlich mit hervorragenden Blechbläsern, mit toller Filmmusik aus „Rocky“ belohnt. Selber gaben wir natürlich unter der Leitung des Posaunenreferenten Michael Püngel auch unser Bestes!

Nachdem wir alle unsere Trink- und Wasserreserven aufgefüllt hatten, traten wir so gegen 15.00 Uhr wieder den Rückweg auf den Münsterplatz, zum Highlight - der Schlusskundgebung, an.

Wir erwischten gleich einen Bus, so dass wir gut durchkamen und relativ früh auf dem Münsterplatz ankamen. Wir freuten uns einen guten Platz vorne im extra abgesperrten Teil für die Jungbläser zu ergattern. Wir mussten ja schließlich nur noch ca. 45 min warten, eigentlich kein Problem. Aber der Münsterplatz liegt in der Sonne und auf dem Platz hatten wir das Gefühl wir sitzen im Backofen! Die Regenschirme wurden zu Sonnenschirmen umfunktioniert, zuerst standen wir, dann saßen wir auf unseren Koffern und zum Schluss lagen alle auf dem Boden. Alle Trinkreserven wurden brüderlich geteilt, vor der Schlusskundgebung war alles aufgebraucht. Aber dann betrat KMD Hans-Ulrich Nonnenmann, Landesposaunenwart sein Dirigentenpult in der Mitte des Platzes. 6500 Bläser, darunter auch wir, inzwischen wieder auf den Beinen, begrüßten ihn durch Anspielen ihres Instrumentes und dann ging es los. Die ersten Musikstück haben wir alle noch gut überstanden aber bei den vielen Grußworten forderte die Hitze und das Spielen, das bei solch heißen Temperaturen echt anstrengend ist, ihre Opfer. Nach und nach mussten wir unsere Jungbläser in den Schatten bringen. Aber spätestens beim letzten Choral, bei „Nun danket alle Gott“, wenn die Fanfaren vom Rathaus die Oberstimme schmettern und alle Kirchenglocken in Ulm läuten war es egal, ob man schweißtreibend spielend auf dem Platz oder ruhig auf dem Boden sitzend im Schatten war, dann spürte man nahezu die direkte Himmelsverbindung. Wenn dann 6500 glänzende Instrumente in den Himmel gehoben werden ist das ein toller Moment und ein herrliches Bild.

Dann machten wir uns auf den Heimweg. Wir gönnten uns noch ein Eis auf dem Marktplatz, aber eigentlich wollte jeder nur noch heim. Die Stimmung war so gut, dass uns eine fehlende Klimaanlage im Auto auch nichts ausmachte. Bei komplett geöffneten Fenster, lauter Blechbläsermusik und schallendem Gelächter über Schweine mit Wurstnamen und eingeklemmte Puppen in Autoscheiben brausten wir über Schleichwege (auf der B10 staute sich alles!) Richtung Heimat.

Gegen 19.00 Uhr konnten alle Jungbläser glücklich, zufrieden und müde aus unserem heißen Auto zuhause abgegeben werden. Es war ein toller Ausflug und zum Landesposaunentag 2016 sind wir, als Heubacher Posaunenchor wieder in Ulm dabei!

Ronja Wölz und Maren Wahl (Jungbläserinnen des Posaunenchors Heubach)